Neolithische Iberer: meisterhafte Bogenschützen mit Kreativität und Präzision in der Höhle von Los Murciélagos

BerlinWissenschaftler haben jüngst bedeutende Erkenntnisse über die fortschrittlichen Fertigkeiten neolithischer Gesellschaften auf der Iberischen Halbinsel erlangt, insbesondere im Bereich der Bogenschießkunst. In der Höhle Los Murciélagos in Albuñol, Granada, entdeckten Forscher die ältesten bekannten Bogensehnen Europas, die vor etwa 7.000 Jahren aus Tiersehnen gefertigt wurden. Diese Funde zeigen, dass die Menschen dieser Zeit ein ausgeklügeltes Wissen über die Herstellung und Nutzung von Bogenschießgeräten besaßen.
Die Entdeckungen heben mehrere kreative Praktiken der neolithischen Handwerker hervor:
- Bogensehnen aus den Fasern von drei Tierarten: Ziegen, Wildschweinen und Rehen.
- Pfeilschäfte aus lokalen Materialien wie Oliven- und Schilfholz gefertigt.
- Der Einsatz von Birkenteer zur Beschichtung der Pfeile, die sowohl schützende als auch dekorative Funktionen haben könnte.
Die verwendeten Materialien zeigen ein tiefes Verständnis für die lokale Umgebung. Olivenholz und Schilfholz werden für Pfeilschäfte ausgewählt, da sie besondere Eigenschaften besitzen. Olivenholz ist hart und dicht, während Schilfholz leicht ist und den Pfeil besser fliegen lässt. Diese sorgfältige Kombination verdeutlicht, wie verschiedene Materialien zusammenwirken, um die Leistung zu optimieren.
Birkenpech wird für verschiedene Zwecke eingesetzt. Hauptsächlich schützt es hölzerne Schäfte vor Wetterschäden. Es kann auch zur Verzierung dienen, was zeigt, dass den Menschen das Aussehen dieser Gegenstände ebenso wichtig war wie ihre Funktionalität.
Die Menschen in der Jungsteinzeit nutzten geschickt die verfügbaren Ressourcen ihrer Umgebung, wie man an ihren aus Tiersehnen gefertigten Bogensehnen erkennen kann. Die Herstellung dieser Sehnen erforderte das Wissen, wie man die Sehnen verdreht, um strapazierfähige und zugleich flexible Schnüre zu erzeugen, die sowohl zur Jagd als auch im Kampf nützlich waren.
Diese Beweise verdeutlichen, wie diese alten Gemeinschaften ihren Alltag gestalteten und ihre Fähigkeit, sich anzupassen und neue Ideen zu entwickeln. Die Nutzung verschiedener Materialien und fortschrittlicher Fertigkeiten verändert unser Verständnis ihrer Technologie und Lebensweise.
Artefakte, die in Gräbern gefunden wurden, belegen ihre Bedeutung für die Menschen, die sie herstellten. Die Untersuchung zeigt, dass diese antiken Kulturen über fortschrittliche Technologien verfügten und bietet Einblicke in ihre Lebensweise und Glaubensvorstellungen. Durch den Einsatz fortschrittlicher Mikroskope und biomolekularer Techniken haben Forscher Details enthüllt, die normalerweise im Laufe der Zeit verloren gehen, und damit wertvolle Erkenntnisse über frühe Agrargemeinschaften in Europa gewonnen.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1038/s41598-024-77224-wund seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Ingrid Bertin, María Martín-Seijo, Francisco Martínez-Sevilla, Krista McGrath, Jonathan Santana, Maria Herrero-Otal, Rafael M. Martínez Sánchez, Antoni Palomo, Martine Regert, Isabelle Théry, Raquel Piqué. First evidence of early neolithic archery from Cueva de los Murciélagos (Albuñol, Granada) revealed through combined chemical and morphological analysis. Scientific Reports, 2024; 14 (1) DOI: 10.1038/s41598-024-77224-w

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