Durchbruch bei Antikörpern fördert Nervenreparatur und verbessert motorische Fähigkeiten nach Rückenmarksverletzungen

Lesezeit: 2 Minuten
Durch Kathy Schmidt
- in
Antikörper, die Nervenverbindungen im Rückenmark verbessern.

BerlinVielversprechende Fortschritte bei der Behandlung von Tetraplegie mit Antikörper

In einer kürzlich durchgeführten klinischen Studie wurden hoffnungsvolle Ergebnisse für Menschen mit schweren Rückenmarksverletzungen erzielt, insbesondere bei Tetraplegie. Die NISCI-Studie untersuchte die Wirkung des Antikörpers NG 101, bekannt als Anti-Nogo-A, der die Nervenregeneration durch Blockierung des Nogo-A-Proteins fördern soll. Dieses Protein hemmt die Regeneration von Nerven im Rückenmark. An der Studie nahmen 126 Personen mit akuten Rückenmarksverletzungen im Halsbereich teil, die ihre Arm- und Handfunktionen beeinträchtigten.

Die Studie umfasste 126 Teilnehmer im Alter von 18 bis 70 Jahren, die alle eine Rückenmarksverletzung im Halsbereich hatten. Das Studiendesign war besonders sorgfältig, um Verzerrungen zu vermeiden, da weder die Teilnehmer noch die Forscher wussten, wer das NG 101 Antikörper-Präparat oder ein Placebo erhielt. Von den Teilnehmern erhielten 78 das Antikörper-Präparat, während 48 ein Placebo bekamen. Die Behandlung umfasste sechs Injektionen sowie intensive Betreuung im Krankenhaus. Teilnehmer mit teilweisen Verletzungen zeigten deutliche Fortschritte bei den motorischen Fähigkeiten und im selbstständigen Bewältigen alltäglicher Aufgaben.

Die Studie zeigte erhebliche Verbesserungen bei Personen mit inkompletten Rückenmarksverletzungen. Sie hatten eine bessere Kontrolle über ihre Muskeln und konnten mehr selbstständig tun. Diese Fortschritte traten bei Menschen mit kompletten Verletzungen nicht auf, was darauf hinweist, dass die Behandlung möglicherweise für bestimmte Patientengruppen am besten geeignet ist.

Wichtiger Fortschritt: Patienten mit Rückenmarksverletzungen erlangen Bewegungsfähigkeiten in Armen und Händen zurück, was ihre Lebensqualität erheblich steigert. Diese Entdeckung könnte die Behandlungsansätze revolutionieren und Betroffenen neue Hoffnung geben. Bemerkenswert ist, dass keine schädlichen Nebenwirkungen festgestellt wurden, was auf eine sichere und effektive Anwendung hinweist.

Länderzusammenarbeit in der Medizin: Eine europäische Erfolgsgeschichte

Die Studie verdeutlicht die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in der medizinischen Forschung. Geleitet wurde sie von der Universität Zürich und dem Balgrist Universitätskrankenhaus, unterstützt durch das Universitätsklinikum Heidelberg. Ein großes Netzwerk europäischer Kliniken trug ebenfalls zum Erfolg bei. Der Antikörper NG 101 wurde im Rahmen des CeNeReg-Projekts entwickelt und unterstreicht die Partnerschaft zwischen akademischer Forschung und innovativer Medizintechnologie.

Eine neue Studie beginnt im Dezember 2024, um die Forschung fortzusetzen. Diese Untersuchung zielt darauf ab, die Antikörperbehandlung zu verbessern und sich auf Patientengruppen zu konzentrieren, die besonders profitieren könnten. Sie markiert einen neuen Abschnitt in der Behandlung von Rückenmarksverletzungen und basiert auf innovativen Ideen und Zusammenarbeit in der medizinischen Wissenschaft.

Diese Studie weckt Hoffnung für Menschen mit Rückenmarksverletzungen, indem sie nahelegt, dass sie in der Zukunft möglicherweise ihre Unabhängigkeit zurückgewinnen und ihre Lebensqualität verbessern könnten.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

http://dx.doi.org/10.1016/S1474-4422(24)00447-2

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Norbert Weidner, Rainer Abel, Doris Maier, Klaus Röhl, Frank Röhrich, Michael Baumberger, Margret Hund-Georgiadis, Marion Saur, Jesús Benito, Kerstin Rehahn, Mirko Aach, Andreas Badke, Jiri Kriz, Katalin Barkovits, Tim Killeen, Lynn Farner, Maryam Seif, Michèle Hubli, Katrin Marcus, Michael A Maurer, Bérénice Robert, Rüdiger Rupp, Paulina S Scheuren, Martin Schubert, Christian Schuld, Christina Sina, Bettina Steiner, Tanja Weis, Andreas Hug, Marc Bolliger, Nikolaus Weiskopf, Patrick Freund, Torsten Hothorn, Martin E Schwab, Armin Curt. Safety and efficacy of intrathecal antibodies to Nogo-A in patients with acute cervical spinal cord injury: a randomised, double-blind, multicentre, placebo-controlled, phase 2b trial. The Lancet Neurology, 2025; 24 (1): 42 DOI: 10.1016/S1474-4422(24)00447-2

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