Berufsbedingte geistige Fitness: Weniger Alzheimer-Todesfälle bei Taxi- und Rettungsfahrern in Studie entdeckt

Lesezeit: 2 Minuten
Durch Klaus Schmidt
- in
Stadtstraßen mit Taxis und Krankenwagen in Bewegung.

BerlinEine neue Studie zeigt, dass bestimmte Berufe möglicherweise das Risiko verringern, an Alzheimer zu sterben. Insbesondere scheinen Taxifahrer und Ambulanzfahrer niedrigere Sterberaten durch Alzheimer zu haben als andere Berufsgruppen. Diese Forschung legt nahe, dass Tätigkeiten, die komplexes räumliches Denken erfordern, das Gehirn gesund halten können.

Studie zeigt auffällige Unterschiede bei Sterblichkeitsraten durch Alzheimer in verschiedenen Berufsgruppen

Zu den wichtigsten Ergebnissen der Untersuchung zählen:

  • Taxifahrer hatten eine Sterblichkeitsrate von 1,03 % durch Alzheimer.
  • Noch niedriger war die Rate bei Rettungsfahrern mit 0,74 %.
  • Berufe wie Busfahrer (3,11 %) und Piloten (4,57 %) zeigten hingegen keinen ähnlichen Trend.
  • Die Studie analysierte Daten aus den Jahren 2020 bis 2022 und umfasste knapp 9 Millionen Personen.

Der Hippocampus ist ein Gehirnbereich, der für das Gedächtnis und die Orientierung entscheidend ist. Häufige Nutzung dieser Bereiche kann die Verbindungen stärken. Menschen, die schnell Entscheidungen treffen und sich in Echtzeit orientieren müssen, wie zum Beispiel Taxifahrer und Rettungsdienstmitarbeiter, trainieren möglicherweise regelmäßig wichtige geistige Fähigkeiten, was diese Erkenntnisse erklären könnte.

Diese Studie zeigt einen interessanten Zusammenhang, weist jedoch einige Einschränkungen auf. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann sie nicht nachweisen, welche Ursache zu welchem Effekt führt. Es ist möglich, dass Menschen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Alzheimer von Anfang an nicht solche Berufe wählen oder in ihnen bleiben. Dies gilt jedoch als unwahrscheinlich, da Alzheimer normalerweise erst nach der typischen Arbeitsphase auftritt.

Verschiedene Berufe können beeinflussen, wie gut unser Gehirn im Alter funktioniert. Die genauen Zusammenhänge sind noch unklar, aber Aktivitäten, die unser Denken herausfordern, könnten vorteilhaft sein. Gehirnübungen und Spiele, die Fähigkeiten wie Orientierungssinn und räumliches Verständnis fordern, könnten nützlich sein. Zukünftig könnten Forscher untersuchen, ob diese Vorteile auch auf andere Denkaktivitäten übertragbar sind.

Diese Studie hilft uns dabei zu erkennen, wie unser Lebensstil und unsere Berufe die Gesundheit unseres Gehirns beeinflussen. Sie legt nahe, dass geistig anspruchsvolle Tätigkeiten zur Vorbeugung von Alzheimer beitragen könnten. Mit zunehmendem Wissen können wir effektive Strategien entwickeln, um Risiken zu senken und die geistige Gesundheit in verschiedenen Lebensphasen zu stärken.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

http://dx.doi.org/10.1136/bmj-2024-082194

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Vishal R Patel, Michael Liu, Christopher M Worsham, Anupam B Jena, Joseph P Newhouse. Alzheimer’s disease mortality among taxi and ambulance drivers: population based cross sectional study. BMJ, 2024 DOI: 10.1136/bmj-2024-082194

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