Wie Intelligenz und Bindung unseren Emoji-Gebrauch in digitalen Beziehungen beeinflussen

BerlinForschungen zeigen, dass emotionale Intelligenz und Bindungsstile einen Einfluss darauf haben, wie Menschen Emojis in der Online-Kommunikation verwenden. Diese Faktoren beeinflussen die Häufigkeit und Situationen, in denen Menschen Emojis innerhalb verschiedener Beziehungsarten und zwischen den Geschlechtern nutzen.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie sind:
Stärkere emotionale Intelligenz ist mit einem häufigeren Gebrauch von Emojis verbunden, besonders unter Freunden. Menschen mit vermeidenden Bindungsstilen verwenden dagegen Emojis seltener im Kontakt mit Freunden und romantischen Partnern. Frauen setzen allgemein häufiger Emojis ein als Männer, insbesondere in Gesprächen mit Freunden und Familie.
Menschen mit ausgeprägter emotionaler Intelligenz setzen Emojis ein, um ihre Gefühle und Absichten in der Online-Kommunikation besser auszudrücken. Diese Fähigkeit, Emotionen klar zu vermitteln, beruht möglicherweise auf dem Verständnis ihrer eigenen Emotionen und der Gefühle anderer.
Menschen mit einem vermeidenden Bindungsstil neigen dazu, Emojis zu meiden, da sie diese als zu persönlich oder emotional unnötig empfinden. Sie fühlen sich möglicherweise unwohl dabei, anderen nah zu sein, oder sie scheuen sich davor, emotionale Verletzlichkeit zu zeigen.
Eine Studie ergab, dass Frauen beim Chatten mit Freunden und Familie häufiger Emojis verwenden als Männer. Dies spiegelt das allgemeine Muster wider, bei dem Frauen sich in Gesprächen stärker auf Beziehungen und Emotionen konzentrieren. Der Einsatz von Emojis zeigt, wie soziale Erwartungen und Geschlechterrollen die Online-Kommunikation beeinflussen können.
Forscher betonen, dass Emojis nicht nur unsere Gefühle oder Objekte darstellen, sondern auch zeigen, wie bereit wir sind, uns emotional zu öffnen und wie wir unsere Beziehungen gestalten. Diese Erkenntnis regt weitere Untersuchungen dazu an, wie digitale Kommunikationsmittel unsere psychischen Eigenschaften widerspiegeln und beeinflussen.
Die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse, weist jedoch einige Einschränkungen auf. Die Mehrzahl der Teilnehmenden war weiß, gebildet und heterosexuell, was die Ergebnisse beeinflussen könnte. Weitere Untersuchungen mit vielfältigeren Gruppen sind erforderlich.
Emojis sind mehr als nur einfache Symbole; sie spielen eine wichtige Rolle in unserer Kommunikation und beim Ausdrücken von Emotionen. Indem wir verstehen, wie Emojis unsere Interaktionen beeinflussen, können wir sowohl im Privatleben als auch im Beruf besser mit anderen in Verbindung treten.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0308880und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Simon Dubé, Amanda N. Gesselman, Ellen M. Kaufman, Margaret Bennett-Brown, Vivian P. Ta-Johnson, Justin R. Garcia. Beyond words: Relationships between emoji use, attachment style, and emotional intelligence. PLOS ONE, 2024; 19 (12): e0308880 DOI: 10.1371/journal.pone.0308880

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