Die wahre Ernährung der neolithischen Bauern in Skandinavien: Brei statt Brot

BerlinArchäologen haben interessante Erkenntnisse über die Ernährung früher neolithischer Bauern in Skandinavien gewonnen. Auf der dänischen Insel Fünen wurde eine 5.500 Jahre alte Stätte untersucht. Forscher fanden Mahlsteine und Getreide, die Hinweise auf die Kochpraktiken der Trichterbecherkultur geben. Zuvor ging man davon aus, dass diese Bauern hauptsächlich Brot buken, aber nun scheint es, dass sie Nahrungsmittel wie Brei oder Grütze aus Getreide herstellten.
Wichtige Erkenntnisse umfassen:
- Entdeckung von 14 Mahlsteinen in der Siedlung Frydenlund.
- Über 5.000 verkohlte Körner von Nacktgerste, Emmer und Hartweizen.
- Einsatz innovativer Phytolithen- und Stärkekornanalysen, die nicht-getreidehaltige Pflanzenrückstände auf den Steinen aufdeckten.
Neue Erkenntnisse fordern uns auf, die Rolle von Getreide in der Ernährung der Jungsteinzeit neu zu überdenken. Normalerweise werden Mahlsteine mit der Mehlherstellung in Verbindung gebracht, doch das Fehlen von Getreideresten auf Steinen von Frydenlund deutet auf andere Verwendungen hin. Die Menschen stellten wahrscheinlich Breie aus Körnern her, die kaum gemahlen werden mussten. Dies stimmt mit Funden von anderen nordeuropäischen Stätten überein, die eine Vorliebe für gekochte Getreidemahlzeiten zeigen.
Die Gestaltung dieser Mahlsteine ermöglicht ein neues Verständnis ihrer Verwendung. Im Gegensatz zu späteren Werkzeugen, die Abnutzungsspuren von hin- und hergehenden Bewegungen zeigen, wurden diese Steine wahrscheinlich ähnlich wie Mörser und Stößel eingesetzt. Diese Veränderung im Werkzeugdesign verdeutlicht, wie sich die Methoden der Lebensmittelzubereitung im Laufe der Zeit entwickelt haben.
Diese frühen Bauern ernährten sich nicht nur von Getreide. Wahrscheinlich ergänzten sie ihre Mahlzeiten mit lokalen Lebensmitteln wie Beeren, Nüssen, Wurzeln und Fleisch. Belege für das Bierbrauen gibt es erst aus der Bronzezeit, was darauf hindeutet, dass ihre Ernährung hauptsächlich aus einfachen, natürlichen Zutaten bestand und Wasser ihr Hauptgetränk war.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass neolithische Gemeinschaften möglicherweise aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen und verfügbaren Ressourcen Grütze anstelle von Brot gewählt haben. Die Trichterbecherkultur in Nordeuropa musste vermutlich ihren Speiseplan flexibel gestalten, um sich anzupassen und zu überleben.
Zukünftige Forschungen könnten sich mit den Unterschieden der Trichterbecherkultur in verschiedenen Regionen befassen. Phytolith- und Stärkekornanalysen an anderen Fundstätten könnten unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten der frühskandinavischen Bevölkerung aufzeigen. Diese bedeutende Forschung könnte unser Verständnis dafür verändern, wie neolithische Gesellschaften Nutzpflanzen verwendeten und sich an ihre Umwelt anpassten.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1007/s00334-024-01020-9und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Welmoed A. Out, Juan José García-Granero, Marianne H. Andreasen, Cristina N. Patús, Wiebke Kirleis, Gry H. Barfod, Niels H. Andersen. Plant use at Funnel Beaker sites: combined macro- and microremains analysis at the Early Neolithic site of Frydenlund, Denmark (ca. 3600 bce). Vegetation History and Archaeobotany, 2024; DOI: 10.1007/s00334-024-01020-9

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