Hitzefeste Ernte: Widerstandsfähige Kartoffeln sichern Nahrung in einer sich erwärmenden Welt

BerlinNeuer Kartoffeltyp für heiße Gegenden entdeckt
Ein Forscherteam der Universität von Illinois hat eine neue Kartoffelsorte entwickelt, die auch bei hohen Temperaturen gut gedeiht. Diese genetisch veränderten Kartoffeln zeigten eine Gewichtszunahme von 30 % während Hitzewellen. Diese bedeutende Entwicklung könnte helfen, die Nahrungsmittelversorgung in Regionen zu sichern, die stark auf den Kartoffelanbau angewiesen sind, da der Klimawandel den Anbau von Nutzpflanzen erschwert.
Wissenschaftler streben danach, die Ernteerträge zu erhöhen, indem sie das Problem der Photorespiration angehen, die die Erträge um bis zu 40% verringern kann. Photorespiration tritt auf, wenn das pflanzliche Enzym Rubisco Sauerstoff anstelle von Kohlendioxid verwendet, wodurch Energie verschwendet wird, die das Wachstum fördern könnte. Dieses Problem verschärft sich bei hohen Temperaturen, wie sie bei Hitzewellen auftreten. Um dies zu lösen, haben Forscher zwei Gene - Glykolatdehydrogenase und Malatsynthase - in Kartoffeln eingebaut. Diese Gene ermöglichen es der Pflanze, effizienter Fotosynthese in den Chloroplasten durchzuführen, den Organellen, in denen die Fotosynthese in Pflanzenzellen stattfindet.
Diese Erkenntnisse könnten weltweit große Auswirkungen haben. Was dieser Fortschritt für die Landwirtschaft bedeuten könnte:
- Erhöhte Lebensmittelsicherheit in Regionen, die durch den Klimawandel gefährdet sind.
- Möglichkeit ähnlicher Fortschritte bei anderen wichtigen Nutzpflanzen wie Maniok.
- Verringerung von Energieverschwendung durch Fotorespiration, was zu höheren Erträgen führt.
- Erhalt der Nährwertqualität in genetisch veränderten Pflanzen.
Es ist entscheidend, Pflanzen zu entwickeln, die extremen Wetterbedingungen standhalten können, um die zukünftige Nahrungsversorgung zu sichern. Angesichts steigender Temperaturen benötigen wir Kulturen, die auch unter Belastung hohe Erträge liefern können. Der Erfolg bei der Anpassung von Kartoffeln deutet darauf hin, dass dies auch für andere Hauptnahrungsmittel möglich ist. Dies könnte zu einer zuverlässigeren Lebensmittelversorgung in schwierigem Gelände führen.
Um festzustellen, ob die Ergebnisse konstant gut bleiben, müssen wir die Pflanzen noch an verschiedenen Standorten testen. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und deuten darauf hin, dass sich Anbaumethoden möglicherweise ändern müssen, um den durch den Klimawandel verursachten Herausforderungen zu begegnen.
Katherine Meacham-Hensold und ihr Team arbeiten an einem Projekt namens Realizing Increased Photosynthetic Efficiency (RIPE). Dieses Projekt, das von Organisationen wie der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt wird, zielt darauf ab, Pflanzen zu entwickeln, die Sonnenlicht effizienter in Nahrung umwandeln können. Zwar ist noch weitere Forschung nötig, doch diese Fortschritte geben Hoffnung, die globalen Nahrungsmittelknappheiten angesichts des Klimawandels anzugehen.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1111/gcb.17595und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Katherine Meacham-Hensold, Amanda P. Cavanagh, Peyton Sorensen, Paul F. South, Jessica Fowler, Ryan Boyd, Jooyeon Jeong, Steven Burgess, Samantha Stutz, Ryan N. Dilger, Moonsub Lee, Nicholas Ferrari, Justin Larkin, Donald R. Ort. Shortcutting Photorespiration Protects Potato Photosynthesis and Tuber Yield Against Heatwave Stress. Global Change Biology, 2024 DOI: 10.1111/gcb.17595

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