Wie Brustkrebszellen nach Behandlung im Knochenmark überleben und aggressiver zurückkehren

Lesezeit: 2 Minuten
Durch Johannes Müller
- in
Abbildung von Brustkrebszellen im Knochenmark.

BerlinNeue Studien zeigen, dass Brustkrebszellen auch nach der anfänglichen Behandlung lange im Knochenmark verweilen können. Diese Zellen sind häufig die Ursache dafür, dass Krebs bei Patienten erneut auftritt. Während herkömmliche Behandlungen auf aktive Tumorzellen abzielen, bleiben die Krebszellen im Knochenmark inaktiv, können jedoch Jahre später als aggressive Krebserkrankung zurückkehren. Dies erschwert die Bekämpfung der Krankheit und unterstreicht die Notwendigkeit neuer Behandlungsmethoden.

Forscher haben herausgefunden, wie Krebszellen im Knochenmark überleben können.

  • Krebszellen treten in direkten Kontakt mit mesenchymalen Stammzellen.
  • Dieser Kontakt erleichtert den Austausch wichtiger Moleküle und macht Krebszellen aggressiver.
  • Das Protein GIV (Girdin) spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der Resistenz gegen gezielte Therapien.
  • Strukturelle Zellkanäle ermöglichen diesen molekularen Austausch und fördern die Metastasierung.

Die Studie behandelt die Rolle der "Tumor-Stroma-Tunnel" in der Umgebung von Krebszellen. Diese Umgebung besteht aus mesenchymalen Stammzellen, Immunzellen und angrenzenden Geweben. Diese Komponenten schaffen einen unterstützenden Raum für Krebszellen, der ihnen hilft, sich zu verändern und resistenter zu werden.

Östrogenrezeptor-positive Brustkrebsarten sind die häufigsten und sind auf spezifische Wechselwirkungen angewiesen, um zu überleben. Das Protein GIV erschwert es Behandlungen wie Tamoxifen, die auf Östrogenrezeptoren abzielen, wirksam zu sein. Indem sie Ressourcen von Knochenmarkstammzellen nutzen, entwickeln Krebszellen eine Resistenz und können aggressiver zurückkehren.

Ein neues Verständnis eröffnet Möglichkeiten, Rückfälle zu vermeiden. Indem wir die Interaktion zwischen mesenchymalen Stammzellen und GIV stören, können wir das Risiko von Rückfällen verringern. Dies könnte durch die Fokussierung auf spezifische Proteine oder die Signalwege, die diesen Prozess ermöglichen, erreicht werden.

Forscher untersuchen Behandlungen, die die Umgebung des Knochenmarks verändern, um zu verhindern, dass ruhende Krebszellen aktiv werden und neue Tumore bilden. Sie sind auch daran interessiert, herauszufinden, ob dieses Konzept auf andere Krebsarten anwendbar ist, die sich auf die Knochen ausbreiten, was die Ergebnisse breiter nutzbar machen könnte.

Die Studie bildet die Grundlage für zukünftige Forschungen, die darauf abzielen, das Wiederauftreten von Brustkrebs zu verhindern. Dies beinhaltet die Entwicklung von Medikamenten, die wichtiges Gewebe, das den Krebs unterstützt, beeinflussen können oder die Aktivität von zentralen Proteinen wie GIV blockieren. Dies bietet den Überlebenden Hoffnung auf bessere langfristige Ergebnisse.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

http://dx.doi.org/10.1172/JCI170953

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Saptarshi Sinha, Brennan W. Callow, Alex P. Farfel, Suchismita Roy, Siyi Chen, Maria Masotti, Shrila Rajendran, Johanna M. Buschhaus, Celia R. Espinoza, Kathryn E. Luker, Pradipta Ghosh, Gary D. Luker. Breast cancers that disseminate to bone marrow acquire aggressive phenotypes through CX43-related tumor-stroma tunnels. Journal of Clinical Investigation, 2024; DOI: 10.1172/JCI170953

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