Innovative Strategie: bahnbrechende Methode zur Reduzierung von Zugverspätungen im Bahnnetz entdecken

Lesezeit: 2 Minuten
Durch Ernst Müller
- in
Hochgeschwindigkeitszug überquert Gleise unter klarem Himmel.

BerlinForscher des Complexity Science Hub haben in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesbahnen eine neue Methode entwickelt, um die Ausbreitung von Zugverspätungen in Bahnnetzen zu verhindern. Die Studie identifiziert wichtige Züge, genannt „Influencer-Trains“, die Aufschluss darüber geben, wie Verspätungen entstehen. Indem man den Fokus auf diese Züge legt, können Mitarbeiter der Bahn gezielte Verbesserungsmaßnahmen ergreifen. Die Methode bietet mehrere Vorteile.

  • Quantifizierung des Risikos der Verspätungsausbreitung durch einzelne Züge.
  • Identifizierung wichtiger Züge, die Verzögerungen an nachfolgende Verbindungen weitergeben.
  • Simulationstools zur Erprobung von Strategien zur Minderung von Verspätungen.

Forscher analysieren Zugnetzwerke

Die neue Methode untersucht Zugnetzwerke, wobei jeder Zug einen Punkt darstellt und deren Verbindungen aufzeigen, wie Verspätungen entstehen können. Die Forscher untersuchten Zugdaten vom Wiener Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt und in ganz Österreich. Dabei stellten sie fest, dass Züge, die vor und während des morgendlichen Berufsverkehrs fahren, in der Regel die wichtigsten sind.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Fahrzeugeinsatz eine wesentliche Rolle bei Verspätungen spielt. Obwohl die Fahrzeuge selbst weniger mit der Infrastruktur interagieren, beeinflussen sie die Pünktlichkeit erheblich. Wenn ein Zug von den Fahrzeugen eines zuvor verspäteten Zuges abhängt, kann das zu umfassenden Problemen im gesamten System führen. Derzeit enthält das Modell keine Daten zu den Dienstplänen des Personals, jedoch ist geplant, diese Informationen später zu integrieren.

Forscher testeten ihre Ergebnisse, indem sie Verzögerungen auf der Südbahn in Österreich simulierten. Durch die Hinzufügung von nur drei zusätzlichen Zugverbindungen konnten sie die Verspätungen zu Stoßzeiten um etwa 20 % reduzieren. Dies zeigt, dass Verbesserungen nicht immer große Veränderungen erfordern – ein gezielter Plan kann sehr effektiv sein. Der Einsatz von lokalen, preiswerteren Elektrozügen anstelle von Fernzügen kann die Verspätungen noch weiter verringern und diesen Plan sowohl effizient als auch kostengünstig gestalten.

Die Ergebnisse dieser Studie sind nicht nur für Österreich relevant. Die Methoden können von Eisenbahngesellschaften weltweit genutzt werden, um ihren Betrieb zu optimieren. Eisenbahnunternehmen in vielen Ländern kämpfen mit ähnlichen Verspätungsproblemen. Durch die Identifizierung von Schlüsselzügen, die andere beeinflussen, können diese Unternehmen bessere Strategien entwickeln, um Züge pünktlich zu halten und finanzielle Verluste zu minimieren.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

http://dx.doi.org/10.1038/s44333-024-00012-6

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Simone Daniotti, Vito D. P. Servedio, Johannes Kager, Aad Robben-Baldauf, Stefan Thurner. Systemic risk approach to mitigate delay cascading in railway networks. npj Sustainable Mobility and Transport, 2024; 1 (1) DOI: 10.1038/s44333-024-00012-6

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