Neue Studie: Unerwartete Hitzewellen-Hotspots weltweit stellen Klimamodelle in Frage

BerlinAktuelle Studien zeigen das Entstehen ungewöhnlicher Hitzegebiete weltweit. Diese Regionen erleben extrem hohe Temperaturen, die deutlich von den Vorhersagen der Klimamodelle abweichen. Jedes Jahr steigen die Temperaturen, wobei 2023 als das heißeste Jahr aller Zeiten verzeichnet wurde. Neue Untersuchungen heben hervor, dass diese extremen Hitzewellen schwer vorherzusagen sind, da sie von der aktuellen Wissenschaft nicht gut verstanden werden. Die Forschung liefert eine globale Karte dieser Hotspots, die einige unerwartete Orte einschließt. Wissenschaftler hinterfragen, ob die bestehenden Klimamodelle geeignet sind, um zu zeigen, wie sich globale Temperaturänderungen auf lokale Klimarisiken auswirken.
Betroffene Regionen der Hitzewellen-Hotspots:
- Dicht besiedelte Gebiete wie Zentralchina, Japan, Korea und die Arabische Halbinsel.
- Ost-Australien und Teile Afrikas.
- Vereinzelte Gebiete in den Nordwest-Territorien Kanadas, im nördlichen Grönland und in Teilen Sibiriens.
- Teile Europas, insbesondere Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich und die Niederlande.
Eine mögliche Erklärung für diese ungewöhnlichen Wetterbedingungen könnte die Veränderung des Jetstreams sein, der normalerweise einer stabilen Bahn folgt. Da die Arktis sich schneller erwärmt als andere Regionen, wird der Jetstream unberechenbarer. Dies führt dazu, dass warme Luft in Gebiete gelangt, die normalerweise nicht sehr warm sind. Allerdings reicht diese Erklärung nicht aus, um alle Phänomene zu verstehen, was darauf hindeutet, dass dabei auch komplexere Faktoren eine Rolle spielen.
Langfristige Klimaänderungen führen laut einer Studie dazu, dass Pflanzen in bestimmten Regionen austrocknen. Dadurch steigt das Risiko in diesen Gebieten bei heißem Wetter. Im Nordwesten der USA wurden beispielsweise Rekordtemperaturen gemessen. Wenn Pflanzen austrocknen, verlieren sie die Fähigkeit, die Luft zu kühlen, da weniger Wasser verdunstet.
Hitzewellen treten häufiger auf und werden intensiver, was schnelles Handeln erfordert. Sie stellen eine Herausforderung für die Landwirtschaft, Straßen, Gebäude und die öffentliche Gesundheit dar. Viele Regionen sind auf solche Hitze schlecht vorbereitet, da sie häufig ein milderes Klima aufweisen und oft keine Klimaanlagen vorhanden sind. Deshalb sterben mehr Menschen durch die Hitze. Es besteht ein dringender Bedarf an Plänen, um mit diesen extremen Temperaturen umzugehen. Die Benennung von Hitzewellen, ähnlich wie bei Wirbelstürmen, gewinnt an Beliebtheit, um die Menschen besser vorzubereiten und zu schützen. Solche Maßnahmen können die gravierenden Auswirkungen von Hitzewellen auf Gemeinschaften verringern.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.2411258121und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Kai Kornhuber, Samuel Bartusek, Richard Seager, Hans Joachim Schellnhuber, Mingfang Ting. Global emergence of regional heatwave hotspots outpaces climate model simulations. Proceedings of the National Academy of Sciences, 2024; 121 (49) DOI: 10.1073/pnas.2411258121

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