Neue Wege in der Pharmaforschung: Bakterielle Kräfte nutzen durch CRISPR-Technologie und ACTIMOT

BerlinWissenschaftler des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland haben einen Weg gefunden, Bakterien zur Entwicklung neuer Medikamente zu nutzen. Bakterien können Gene austauschen, was zu positiven Ergebnissen, aber auch zu Herausforderungen wie Antibiotikaresistenzen führen kann. Durch diesen natürlichen Prozess können Forscher neue, nützliche Verbindungen identifizieren und generieren.
ACTIMOT ist eine innovative Methode, die die CRISPR-Cas9-Technologie nutzt, um die genetische Zusammensetzung von Bakterien präzise zu verändern.
- Gewinnung von biosynthetischen Genclustern aus bakteriellen Genomen
- Verstärkung dieser Cluster in ihren ursprünglichen Bakterien
- Übertragung in verschiedene Bakterienstämme zur Produktherstellung
Diese Technologie untersucht Gencluster von Bakterien, die aufgrund der Einschränkungen herkömmlicher Labormethoden oft vernachlässigt werden. Durch das Zugreifen auf und Aktivieren dieser Gencluster können zahlreiche potenzielle neue Medikamente entdeckt werden. In einer aktuellen Studie identifizierte das Team 39 neue natürliche Verbindungen, die zur Herstellung von Arzneimitteln genutzt werden könnten.
ACTIMOT besitzt bedeutendes Potenzial, da es die Entdeckung und Herstellung natürlicher Produkte effizienter gestaltet, was dabei helfen könnte, Infektionen, die resistent gegen Medikamente sind, und andere Krankheiten zu bekämpfen. Bakterien der Gattung Streptomyces sind dafür bekannt, Antibiotika und andere nützliche Moleküle zu produzieren. Diese Forschung könnte auf weitere Bakterienarten ausgeweitet werden und eröffnet damit ein vielversprechendes Feld für zukünftige Studien.
Der bedeutende Fortschritt liegt nicht nur im Entdecken neuer Verbindungen, sondern auch in der Flexibilität der Methode. ACTIMOT lässt sich mit verschiedenen Bakterienarten einsetzen, was zur Entdeckung von Naturstoffen führen könnte, die bisher unentdeckt blieben. Diese Fähigkeit könnte sowohl die Massenproduktion wichtiger Naturstoffe als auch die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden unterstützen.
ACTIMOT könnte Industriezweige, die auf natürliche Produkte angewiesen sind, wie Landwirtschaft und Fertigungsindustrie, revolutionieren. Es bietet die Möglichkeit, Pflanzen widerstandsfähiger zu machen und neue Materialien aus lebenden Organismen zu entwickeln.
Neue Technologien können Entdeckungen fördern, die sowohl in der Medizin als auch in der Industrie hilfreich sind, insbesondere bei der Lösung von Problemen, die mit herkömmlichen chemischen oder bakteriellen Methoden schwer zu bewältigen sind. Die Arbeit am HIPS spielt eine wesentliche Rolle dabei, das genetische Potenzial von Mikroben effektiver zu nutzen.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1126/science.abq7333und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Feng Xie, Haowen Zhao, Jiaqi Liu, Xiaoli Yang, Markus Neuber, Amay Ajaykumar Agrawal, Amninder Kaur, Jennifer Herrmann, Olga V. Kalinina, Xiaoyi Wei, Rolf Müller, Chengzhang Fu. Autologous DNA mobilization and multiplication expedite natural products discovery from bacteria. Science, 2024; 386 (6727) DOI: 10.1126/science.abq7333

2. Februar 2025 · 00:28
Fernsehgewalt prägt Buben nachhaltig: Studie zu Langzeiteffekten auf aggressives Verhalten

30. Dezember 2024 · 03:47
Blitzschneller Laser-Neuron eröffnet neue Horizonte in KI und Hochleistungsrechnen
Diesen Artikel teilen

