Jahrhunderteruptionen: sonnenartige Flares bedrohen moderne Technologien mit unerwarteter Häufigkeit

BerlinNeueste Untersuchungen zeigen, dass Sterne wie unsere Sonne etwa alle hundert Jahre sehr große Flares erzeugen. Diese gigantischen Eruptionen setzen deutlich mehr Energie frei als normale Sonnenstürme und können eine erhebliche Gefahr für moderne Technologien darstellen.
Eine Untersuchung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung analysierte Daten des NASA-Weltraumteleskops Kepler, um 56.450 Sterne, die unserer Sonne ähneln, zu erforschen. Zu den wichtigsten Ergebnissen dieser Studie gehören:
Sonnenähnliche Sterne erleben etwa einmal pro Jahrhundert gewaltige Superflares. Diese Ereignisse setzen mehr Energie frei als eine Billion Wasserstoffbomben. Die Untersuchung stützt sich auf Daten aus vier Jahren, die 220.000 Jahre stellare Beobachtungen repräsentieren. Bei der Analyse wurden sorgfältig Fehler durch kosmische Strahlung, Asteroiden und Kometen ausgeschlossen.
Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass Superflares auf sternenähnlichen unserer Sonne sehr selten sind und nur einmal alle tausend bis zehntausend Jahre auftreten. Der Grund lag teilweise in der unzureichenden Technologie, die solche Ausbrüche nicht gut erkennen konnte. Mit verbesserten Geräten können Forscher nun diese mächtigen solaren Ereignisse leichter identifizieren und haben festgestellt, dass sie häufiger auftreten als bisher angenommen.
Eine Superflamme auf der Sonne könnte gravierende Auswirkungen auf die Erde haben. Sie könnte starke Sonnenstürme auslösen, die Satellitenbetrieb, Kommunikation und Stromnetze stören. Schon das Carrington-Ereignis von 1859, das kleiner war als eine Superflamme, verursachte Probleme bei den Telegrafendiensten. In der heutigen, stark von Technologie abhängigen Welt wären die Folgen weitaus schwerwiegender und könnten Satelliten sowie erdgebundene Technologien ernsthaft beschädigen.
Präzise Vorhersagen zu Weltraumwetter sind entscheidend, um Probleme zu vermeiden. Die bevorstehende Vigil-Mission der Europäischen Weltraumorganisation zielt darauf ab, durch die Beobachtung der Sonne von einem besonderen Standort aus, die Frühwarnsysteme zu verbessern. Dies könnte es ermöglichen, Satelliten rechtzeitig abzuschalten und das Risiko von Schäden durch starke Sonneneruptionen zu verringern.
Die Untersuchung zeigt, dass Sterne sich auf unvorhersehbare Weise verändern und verhalten können. Es ist wichtig, diese Veränderungen zu verstehen, um auf ihre Auswirkungen vorbereitet zu sein. Da wir vermehrt auf Technologie angewiesen sind, ist die Sensibilisierung und Vorbereitung auf Weltraumwetterereignisse von entscheidender Bedeutung.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1126/science.adl5441und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Valeriy Vasilyev, Timo Reinhold, Alexander I. Shapiro, Ilya Usoskin, Natalie A. Krivova, Hiroyuki Maehara, Yuta Notsu, Allan Sacha Brun, Sami K. Solanki, Laurent Gizon. Sun-like stars produce superflares roughly once per century. Science, 2024; 386 (6727): 1301 DOI: 10.1126/science.adl5441

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