Neue Polymertechnologie ahmt natürliche Bewegungen nach: Innovation in der Materialwissenschaft

BerlinWissenschaftler haben eine neue Art von Kunststoff entwickelt, der seine Form verändern kann, wenn er Hitze oder Licht ausgesetzt wird. Dieses innovative Material besteht aus einem flüssig-kristallinen Elastomer und könnte die Herstellung zukünftiger weicher Materialien revolutionieren. Der Kunststoff kann sich in verschiedene Richtungen bewegen, ähnlich wie Bewegungen in der Natur, und stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Materialwissenschaft dar.
Flüssigkristalle werden vor allem in elektronischen Displays eingesetzt und zeichnen sich durch spezielle Eigenschaften aus, da sie sich geordnet ausrichten können. Diese Eigenschaften ermöglichen es flüssigkristallinen Elastomeren (LCEs), ihre molekulare Struktur zu verändern, wenn sich die Temperatur ändert. Dadurch kann das Material sich in verschiedene Richtungen biegen und dehnen, ohne dass zusätzliche Materialien für komplexe Bewegungen erforderlich sind.
Dieser neue formverändernde Polymer findet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten: Er kann genutzt werden, um weiche Roboter mit geschmeidigen Bewegungen zu entwickeln, die Funktion von künstlichen Muskeln in Prothesen zu verbessern, medizinische Geräte präziser zu machen und Medikamente gezielter dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden.
LCEs lassen sich problemlos in ihrer Größe an verschiedene Anforderungen anpassen. Dieser neuartige Polymer könnte entscheidend für die Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technologie sein. Im Bereich der Robotik könnten diese Materialien beispielsweise dazu beitragen, dass Roboter sich besser bewegen, indem sie ihre Form an die Umgebung anpassen.
LCEs könnten in der Medizin von großem Nutzen sein. Forscher erkunden, wie diese Materialien dabei helfen können, signifikante Fortschritte bei der Entwicklung von künstlichen Muskeln und Gelenken zu erzielen. Diese Polymere können sich präzise bewegen und beugen, was dazu führen könnte, dass medizinische Geräte effektiver arbeiten und sich nahtloser in den Körper integrieren lassen.
Das Energieministerium unterstützt zusammen mit Partnern wie der Harvard University und dem Brookhaven National Laboratory die Entwicklung eines neuartigen Polymers. Dieses Polymer könnte dank künftiger computergestützter Werkzeuge und Simulationen in seinen Eigenschaften optimiert werden. Dadurch könnte es in empfindlichen Technologien, wie weichen Nanorobotern für komplexe Operationen, eingesetzt werden und wichtige neue Anwendungen in der Medizin und anderen Bereichen ermöglichen.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1126/science.adq6434und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Yuxing Yao, Atalaya Milan Wilborn, Baptiste Lemaire, Foteini Trigka, Friedrich Stricker, Alan H. Weible, Shucong Li, Robert K. A. Bennett, Tung Chun Cheung, Alison Grinthal, Mikhail Zhernenkov, Guillaume Freychet, Patryk Wąsik, Boris Kozinsky, Michael M. Lerch, Xiaoguang Wang, Joanna Aizenberg. Programming liquid crystal elastomers for multistep ambidirectional deformability. Science, 2024; 386 (6726): 1161 DOI: 10.1126/science.adq6434

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