Wissenschaftler finden Hirnsignale, die Jugendliche anfälliger für Spielsucht machen könnten.

Lesezeit: 2 Minuten
Durch Hans Meier
- in
Jugendliches Gehirn mit Anzeichen einer Videospielsucht.

BerlinForscher der Universität Rochester haben bedeutende Fortschritte bei der Untersuchung von Spielsucht bei Jugendlichen erzielt. Sie sammelten Daten von 6.143 Spielern im Alter von 10 bis 15 Jahren und entdeckten ein mit der Spielsucht verbundenes Hirnsignal. Mithilfe von fMRT-Scans wurde die Gehirnaktivität gemessen, während die Teilnehmer Aufgaben zur Belohnung ausführten und Anzeichen von Spielsucht über einen Zeitraum hinweg verfolgt wurden. Dabei fiel auf, dass diejenigen mit mehr Symptomen der Spielsucht eine geringere Gehirnaktivität in Bereichen zeigten, die mit Entscheidungsfindung und Belohnungsverarbeitung zusammenhängen.

Diese Entdeckung verdeutlicht, wie wichtig es ist, dass Jugendliche ein ausgewogenes Spielverhalten haben. Zwar ist Gaming an sich nicht schlecht, doch übermäßiges Spielen kann Probleme verursachen. Eltern und Erziehungsberechtigte sollten Anzeichen von Spielsucht bei ihren Kindern im Auge behalten. Einige wichtige Symptome, auf die man achten sollte, sind:

  • Anhaltendes Spielen trotz negativer Folgen
  • Ständige Beschäftigung mit Gaming
  • Verlust des Interesses an anderen Aktivitäten
  • Entzugserscheinungen bei Spielverzicht

Die Forschung nutzt die Adolescent Brain Cognitive Development (ABCD) Studie, um verschiedene Aspekte des Wachstums bei Jugendlichen zu untersuchen. Sie zeigt, dass frühzeitige Unterstützung für Jugendliche angeboten werden kann, die ein höheres Risiko haben, eine Spielsucht zu entwickeln. Langzeitstudien mit großen Probandengruppen gewährleisten verlässliche Ergebnisse, die weltweit Anwendung finden können. Dies könnte die Regelungen zur Bildschirmzeit und deren Auswirkungen auf die Gesundheit des jugendlichen Gehirns beeinflussen.

Diese Erkenntnisse sind sowohl für Familien als auch für die gesamte Gesellschaft von Bedeutung. Angesichts des raschen Wandels in der Gaming-Technologie ist es wichtiger denn je, zwischen gesunden und schädlichen Gaming-Gewohnheiten zu unterscheiden. Die Studie unterstützt Entscheidungsträger dabei, geeignete Regeln oder Empfehlungen in Bezug auf Gaming und Bildschirmzeit zu entwickeln, was zur Verbesserung des Wohlbefindens von Jugendlichen beitragen könnte.

Forscher haben die Möglichkeit, spezifische Gehirnmarker genauer zu untersuchen. Dabei können sie herausfinden, ob diese Marker ausschließlich mit der Spielsucht in Verbindung stehen oder auch bei Personen auftreten, die für andere Suchterkrankungen gefährdet sind. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, neue Präventions- oder Behandlungsmethoden zu entwickeln, die die Entscheidungsfindung und Belohnungsverarbeitung bei Jugendlichen verbessern. Ein tieferes Verständnis der Rolle des Gehirns bei der Spielsucht könnte zu effektiveren Maßnahmen gegen ihre Auswirkungen führen.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

http://dx.doi.org/10.1556/2006.2024.00068

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Daniel A. Lopez, John J. Foxe, Edwin van Wijngaarden, Wesley K. Thompson, Edward G. Freedman. The longitudinal association between reward processing and symptoms of video game addiction in the Adolescent Brain Cognitive Development Study. Journal of Behavioral Addictions, 2024; DOI: 10.1556/2006.2024.00068

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