Die überraschende Entwicklung der Anglerfische: Meister des Überlebens in der Tiefsee

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Durch Hans Meier
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Anglerfisch in dunklen Ozeantiefen mit leuchtendem Köder.

BerlinEine Studie der Forscher an der Rice University hat gezeigt, wie anpassungsfähig Anglerfische sind. Diese tiefseefischen leben in der bathypelagischen Zone, einem Teil des Ozeans mit hohem Druck, völliger Dunkelheit und begrenzten Ressourcen. Durch fortschrittliche genetische Analysen und 3D-Imaging haben Wissenschaftler die evolutionäre Geschichte der Anglerfische nachverfolgt und gezeigt, wie sie sich vom Leben am Meeresboden zu einem Leben in offenen Gewässern entwickelt haben.

Anglerfische besitzen verschiedene entscheidende Merkmale, die ihr Überleben sichern.

Biolumineszente Köder zur Anlockung von Beute, große Kiefer für seltene Nahrungsquellen, kleinere Augen, die an dunkle Umgebungen angepasst sind, sowie seitliche Körperkompression für eine flexible Fortbewegung im Wasser.

Eine Untersuchung zeigt, dass Anglerfische besondere Merkmale entwickelt haben, die ihnen halfen, sich an herausfordernde Umgebungen anzupassen. Ursprünglich lebten sie am Meeresboden des Kontinentalhangs, doch mit der Zeit zogen sie in offene Gewässer, wo sie sich schnell mit neuen Körperformen und Eigenschaften weiterentwickelten.

Tiefsee-Anglerfische der Unterordnung Ceratioidei weisen überraschenderweise mehr Vielfalt in ihren körperlichen Merkmalen auf als ihre Verwandten in flacheren Gewässern. Trotz der knappen Ressourcen in der Tiefsee hindert dies sie nicht daran, sich durch unterschiedliche Körperformen und Jagdtechniken anzupassen, was in einer so konstanten Umgebung eine unerwartete Variation zeigt.

Diese Idee stellt die gängigen Vorstellungen von der Evolution in Frage. Normalerweise glauben die Menschen, dass verschiedene Umgebungen zu evolutionären Veränderungen führen. Doch die Anglerfische zeigen, dass selbst in Umgebungen mit wenigen Veränderungen, wie der Tiefsee, bedeutende evolutionäre Entwicklungen möglich sind. Diese Situation wirft neue Fragen darüber auf, wie sich Arten in äußerst anspruchsvollen Lebensräumen verändern und diversifizieren können.

Erforschung des Erfolgs von Anglerfischen in der Tiefsee ist von großer Bedeutung. Die Tiefsee gehört zu den am wenigsten erforschten Gebieten der Erde, spielt jedoch eine entscheidende Rolle für die globale Artenvielfalt und den Kohlenstoffkreislauf. Durch das Verständnis dieser Tiere gewinnen wir Einblicke in das Leben in der Tiefsee und Hinweise darauf, wie sich Lebewesen an Umweltveränderungen, einschließlich des Klimawandels, anpassen könnten. Die Studie zeigt, dass selbst unter schwierigen Bedingungen die Evolution weiterhin Wege findet, Vielfalt zu schaffen und zu überleben.

Die Studie wird hier veröffentlicht:

http://dx.doi.org/10.1038/s41559-024-02586-3

und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet

Elizabeth Christina Miller, Rose Faucher, Pamela B. Hart, Melissa Rincón-Sandoval, Aintzane Santaquiteria, William T. White, Carole C. Baldwin, Masaki Miya, Ricardo Betancur-R, Luke Tornabene, Kory Evans, Dahiana Arcila. Reduced evolutionary constraint accompanies ongoing radiation in deep-sea anglerfishes. Nature Ecology & Evolution, 2024; DOI: 10.1038/s41559-024-02586-3

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