Wendepunkt: Neue Entdeckung erklärt variable Schwere von COVID-19 durch Proteineinflüsse auf das Immunsystem

BerlinCU Boulder-Forscher haben eine entscheidende Entdeckung gemacht, warum COVID-19 Menschen unterschiedlich betrifft. Sie fanden heraus, dass eine bestimmte Variante eines Proteins die Interferon-Signalübertragung im Körper beeinflusst, die für die Bekämpfung von Viren wesentlich ist. Eine dieser Proteinvarianten, bekannt als IFNAR2, spielt eine Rolle bei der Regulierung der Empfindlichkeit des Immunsystems. Wenn die Signalübertragung in diesem Weg nicht ausgewogen ist, kann dies zu unterschiedlichen Immunreaktionen führen, was das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 oder für langfristige Folgen wie Long COVID beeinflussen kann.
Die Forschung unterstreicht mehrere zentrale Aspekte dieser Entdeckung:
- Diese Proteinvarianten waren ursprünglich Transposons in unserem Erbgut, die Millionen von Jahren zurückreichen.
- Transposons, die lange als "Junk-DNA" angesehen wurden, können das Immunsystem erheblich beeinflussen.
- Das Gleichgewicht der IFNAR2-Varianten kann bestimmen, wie der Körper auf Infektionen reagiert.
- Genetische Unterschiede in diesen Varianten könnten erklären, warum manche Menschen stärker unter Krankheiten wie COVID-19 leiden.
Die Studie untersuchte, wie verschiedene Varianten des Proteins IFNAR2 mit Interferon zusammenarbeiten, einer Substanz, die bei der Bekämpfung von Viren hilft. Sie fanden heraus, dass die kürzere Version von IFNAR2 verhindert, dass Zellen vollständige antivirale Signale empfangen. Als diese kürzere Version entfernt wurde, reagierten die Zellen besser auf Interferon und wurden widerstandsfähiger gegen Viren. Diese Erkenntnis könnte helfen, neue Behandlungen zu entwickeln. Wenn es Wissenschaftlern gelingt, die Produktion dieser Proteinvarianten zu steuern, könnte das zu Therapien für verschiedene Krankheiten wie Autoimmunerkrankungen, Krebs und virale Infektionen führen.
Diese Entdeckung ist sowohl für die Behandlung von COVID-19 als auch für das Verständnis der menschlichen Immunität von Bedeutung. Sie zeigt, dass wir uns auf bisher ignorierte Abschnitte unseres Genoms konzentrieren müssen, die verschiedene Proteinvarianten enthalten. Durch die Untersuchung dieser Bereiche könnten wir neue Wege finden, unser Immunsystem zu stärken.
Das Team der CU Boulder arbeitet daran, Verbindungen zu entwickeln, die auf genetische Varianten abzielen. Ihr Ziel ist es, die Reaktion des Immunsystems zu verbessern und so Behandlungspläne zu ermöglichen, die auf das genetische Profil jeder Person abgestimmt sind. Ihre Forschung öffnet neue Wege zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und Immunstörungen und unterstreicht die Bedeutung kontinuierlicher Studien in den Bereichen Genetik und Immunologie.
Die Studie wird hier veröffentlicht:
http://dx.doi.org/10.1016/j.cell.2024.11.016und seine offizielle Zitation - einschließlich Autoren und Zeitschrift - lautet
Giulia Irene Maria Pasquesi, Holly Allen, Atma Ivancevic, Arturo Barbachano-Guerrero, Olivia Joyner, Kejun Guo, David M. Simpson, Keala Gapin, Isabella Horton, Lily L. Nguyen, Qing Yang, Cody J. Warren, Liliana D. Florea, Benjamin G. Bitler, Mario L. Santiago, Sara L. Sawyer, Edward B. Chuong. Regulation of human interferon signaling by transposon exonization. Cell, 2024; DOI: 10.1016/j.cell.2024.11.016

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